
Presse: Neue Württembergische Zeitung am 15.Feb. 08 nach der Lesung in Göppingen:

Die "Stuttgarter Nachrichten" am 22.01.2008 (Foto siehe unten):
Viel
Platz brauchen sie nicht. Die Geschichten, die im Maringo Verlag
erscheinen, verbindet vor allem eines: Sie sind kurz. Verlagsgründer
Ingo Klopfer verwendet auch viel lieber den Begriff der Short Story für
das Genre, denn deutsche Kurzgeschichten, die seien ja manchmal gar
nicht so kurz. Der Stuttgarter Maringo Verlag versteht sich als
„unkommerzielles Subkulturunternehmen“. Aber immerhin: „Inzwischen
trägt es sich selbst“, sagt Klopfer. Alle arbeiten noch in „richtigen“
Berufen, sind Lehrer, Journalist,
Krankenpfleger oder Sonderschullehrer. Ihre Leidenschaft ist jedoch das
Schreiben, das Erzählen – auch und vor allem das Vorlesen vor Publikum.
Bedingung ist schließlich, dass die Geschichten nicht nur geschrieben,
gedruckt, sondern auch bei Veranstaltungen gelesen werden. Da dürfen
sie eine absolute Maximallänge von 15 Minuten nicht überschreiten. Dass
die Qualität den Vorstellungen entspricht, darum kümmern sich Ingo
Klopfer und die Redaktion.
Inzwischen
sind es rund zwölf Autoren, die für diese Lesebühne produzieren.
Veröffentlicht wird keineswegs alles. Die Vorleser und ihre Geschichten
müssen sich erst dem Publikum stellen. Angefangen hat alles mit einem
Umzug. 2001 kam Klopfer von Köln nach Ludwigsburg. Und in der Wohngemeinschaft
gab es einen Raum zur Straße hin, einen alten Bäckerladen. Was machen
damit? Kurzerhand wurde daraus der Literatursalon Osterholzallee. Nach
und nach entstand so ein Forum für Nachwuchsautoren,
Vorleser und Zuhörer. „Das hat sich immer weiter entwickelt. Nach zwei
Jahren kamen so 70, 80 Leute“, erzählt Klopfer. So viele, dass das
Geschehen im Nebenraum per TV-Gerät ausgestrahlt wurde. So fing die
kleine, feine Erfolgsgeschichte des Verlages an, der damals noch den
sperrigen Namen „Heile Welt 2000 + X Verlag“ hatte. 2003 wurden die
ersten Get-Shorties-Bändchen verlegt. Schließlich hat man vorher die
eigenen Ausdrucke der Geschichten an die Gäste bei den Lesungen
verschenkt. Mit dem Umzug nach Stuttgart Ende 2007 kamder neue Name
Maringo Verlag, der sich
immer noch auf Short Stories spezialisiert hat. „Zu kurz können
Geschichten schließlich nie sein“, sagt Ingo Klopfer. Das
Selbstverständnis der Autoren ist durchaus im Literarischen zu
verankern. Klopfer: „Wir
sind keine VHS-Gruppe, die sich Geschichten vorliest.“ Auch mit Trash-
Literatur wollen sie nicht in einen Topf geworfen werden. Guter Stil,
gute Sprache – das sei ihnen wichtig. Im Maringo Verlag erscheinen
alltagsverträgliche Kurzgeschichten, oft ist ein bisschen schwarzer
Humor dabei, unterhaltend sind sie oft – immer aber natürlich
kurzweilig. „Bei der Short Story geht es darum, dass man schnell auf
den Punkt kommt“, sagt Maritta Scholz. Auch auf insgesamt 500 000
Bäckertüten wurden die Geschichten aus dem Maringo Verlag schon gedruckt. Da passen zumindest 400 Wörter drauf.
Anja Wasserbäch